
Natur hilft niemanden
Heidi und die Konstruktion der Natur
Mein Bühnenbild setzt sich kritisch mit der romantisierten Darstellung von Natur auseinander, wie sie in Johanna Spyris „Heidi“ literarisch und kulturell verankert wurde. Dabei wird die Natur nicht als heilender Ort dargestellt , sondern als menschengemachte Konstruktion – ein Trugbild, das mehr über die Wünsche und Projektionen der Menschen aussagt als über die Natur selbst . Im Zentrum steht ein künstlicher Berg, der aus einem geprägten Gußform geformt ist. Die glatte , fast sterile Oberfläche verweist auf die Künstlichkeit der inszenierten Natur. Die Natur erscheint hier nicht als Ursprung von Leben und Harmonie, sondern als fremde, ungreifbare Heterotopie – ein Ort, der zugleich real und irreal ist , projiziert und unerreichbar bleibt. Das Konzept dekonstruiert die idealisierte Vorstellung, dass Natur eine heilende Kraft besitzt . Viel mehr stellt es die Frage : Für wen wird diese Natur inszeniert ? Wer konstruiert das Bild der heilenden Bergwelt, und wessen Bedürfnisse werden dadurch bedient? Die Bühne schafft eine Atmosphäre, in der das Publikum mit der Absurdität und Distanz dieser romantischen Erzählung konfrontiert wird .









